Jahrgaenge

Die Besonderheiten der Jahrgänge

Jedes Jahr ist anders

Das Wetter ist nie gleich – gerade heute in Zeiten, in denen sich die Klimaveränderungen deutlicher und schneller vollführen ändern sich auch unsere Weine in Geschmack, Säuregrad oder Alkoholgehalt. Nachstehend können Sie sich einen Überblick über die letzen Jahre verschaffen.

Jahrgang 2013

2013 war ein herausforderndes Jahr, das die Spreu vom Weizen trennte.
Im Grand Cru Bereich war es möglich, herausragende, tiefstrukturierte Weine voller Charakter mit einer prägnanten Säurestruktur und einer überbordenden Mineralität zu erzeugen, die die perfekten Nachfolger der vorangegangenen exzellenten vier Jahrgänge darstellen. Der Basisbereich stand dagegen unter der Prämisse des Säuremanagements. Es ist noch zu früh, um das endgültige Ergebnis vorherzusagen, aber so wie es aussieht werden unsere Basisweine sehr typisch und zumindest sehr gut werden. Erste Assemblagen zeigen ein Qualitätsniveau, das zumindest auf der Ebene des Jahrgangs 2012 steht.
Das alles überschattende Problem im Jahrgang 2013 war eine lang andauernde Niederschlagsperiode im Oktober und November. An eine Niederschlagsmenge von etwa 150 l/m2 während der Ernte können sich nicht einmal mehr die alten Kämpen unter uns erinnern. Glücklicherweise waren unsere Reben vor dem Einsetzen des Regens in einem sehr guten Zustand und, im Gegensatz zu anderen Weinanbaugebieten in Deutschland, waren wir nicht mit einem ausgeprägten Fäulnisproblem konfrontiert. Trotzdem war eine extreme Selektion im Weingarten erforderlich, die zu einer unerfreulichen Reduzierung der Erntemenge um 30% geführt hat.

Aber beginnen wir am Anfang. Der März war wärmer als üblich und wir hatten schon die Befürchtung, dass die Entwicklung zu schnell voranschreiten könnte. Diese Bedenken erwiesen sich jedoch als unbegründet, als im April kälteres und regnerisches Wetter einsetzte, dem ein sehr warmer und feuchter Sommer folgte. Warme Tage und kalte Nächte befeuerten den Reifeprozess und förderten bereits in diesem frühen Stadium die Aromenentwicklung.

Die Regenfälle im Oktober und November zwangen uns zu einer sehr schnellen Ernte und die Grundlage für den Erfolg des ganzen Jahrgangs wurde in einem Erntefenster von nur drei Wochen gelegt. Eine rigorose Selektion zur Vermeidung eines unverhältnismäßig hohen Botrytisanteils resultierte in sauberen und klaren Mosten. Nach der Vergärung präsentieren sich die Weine nun sehr schön, wiesen aber auch noch ein hohes, jedoch nicht aggressives Säureniveau auf. Es ist noch zu früh um ein abschließendes Fazit zu ziehen, aber was man bisher sagen kann ist, dass es sich um einen klassischen Jahrgang handelt, der sich viel mehr an Cool-Climate-Weinen als an dem fetten und (über)reifen Stil, z. B. des Jahres 2009, orientiert. Wir stellten erfreulicherweise fest, dass der Jahrgang viel besser ausfiel, als es in der Regenphase während der Ernte befürchtet wurde.

Die Prognose für 2014

So früh wie selten zuvor!

Die gesamte Vegetation hat in 2014 einen Ent-
wicklungsvorsprung von nahezu vier Wochen.
Der Austrieb der ersten Blätter erfolgte am Wochenende des 29. / 30. März.  Wir gehen nach heutigem Stand von einer sehr frühen Ernte bereits Anfang September aus, müssen aber hoffen, dass die jungen Triebe nicht einem noch möglichen Nachtfrost zum Opfer fallen.


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